
Showroom, Blick zur Knesebeckstr

Showroom, Blick zum Screen

Showroom, 'Forest Curtain' in Variation

Showroom, gläserne Teebar auf recycelter Aluplatte

Empfang aus recycelten Aluplatten von ALBA und regionaler Eiche

Empfang Detail, recycelte Aluplatten, mit denen bei ALBA der Metallplatz gekehrt wurde

Konferenzraum, Konferenztisch aus einem recycelten Eichenstamm aus der Prignitz

X-Beindetail des Konferenztisches, mit recycelten Stühlen aus Autoreifen (Weizenegger)

ALBA Dachgarten, Naschgarten für die Mitarbeiter und Staudengarten für die Insekten - Pflanzkästen aus recycelter Robinie vom ALBA Holzplatz und für ALBA entworfene Möbel aus regionaler Eiche

Dachterrasse mit einer Pflanz-Skulptur aus recyceltem Alu

Dachgarten, Detail recycelte Tischfüsse aus Alukehrplatten des ALBA-Hofes
Design: BUCHHOLZBERLIN und Peter Heimer
Fotos: Showroom, Empfang, Konferenzraum Achim Hatzius
Im Zuge einer Neuausrichtung der internen Unternehmenskultur wurden die öffentlichen Bereiche des ALBA Headquarters in Berlin von BUCHHOLZBERLIN und PETER HEIMER, Berlin, umgestaltet. Das übergeordnete Thema war die Erhaltung der Natur durch Kreislaufwirtschaft, Re-Use und Recycling.
Der Showroom im EG des ALBA Headquarters wurde in die ALBA Lounge umgewidmet, einem Aufenthalts- und Eventort für alle Mitarbeiter und Kunden. Der Empfangsbereich wurde optimiert. Im 8. Geschoss wurde der Konferenzraum aufgewertet und die bisher kaum genutzte Dachterrasse neu gestaltet in einen Outdoor-Raum für Meetings mit Pflückgarten für alle Mitarbeiter.
We are the Future
Dieser claim von ALBA ist der thematische Ausgangspunkt. Die Rohstoffaufbereitung durch ALBA ermöglicht eine Kreislaufwirtschaft, die ressourcenschonend ist und dazu beiträgt, dass die Erde unangetastet bleibt. BUCHHOLZBERLIN und Peter Heimer stellen für die ALBA Lounge das Thema der unangetasteten Natur in den Vordergrund und kreieren die Atmosphäre einer sonnenbeschienenen Waldlichtung. Es entsteht die Gestaltungsidee der „Forest Curtain“, einer Gardine aus recyceltem Holz als durchlässige Raumhülle.
Changing Atmospheres
Die Lichtquellen hinter der „Forest Curtain“ sind Tageslicht in Form eines wandgroßen, straßenseitigen Fensters und einer LED - Lichtwand. Die 660 Holzstäbe hängen auf sechs Schienen und lassen sich einzeln verschieben, verdichten und aufweiten. Durch den Wechsel des Lichtes und die Bewegung der Holzstäbe generiert sich eine wandelnde Atmosphäre - analog zur Natur. Die Holzstäbe aus recyceltem Eichen-, Fichten - und Eschenholz wurden handgedrechselt durch eine soziale Werkstatt.
Healing and Wellbeing
Die Tageslichtmodulation der LED Lichtwand hinter den beweglichen „Baumstämmen“ wird durch das Computerprogramm „Human Centric Lighting“ gesteuert, das im minütlichen Wandel mit dem Tageslicht identische Raumlichtstimmungen simuliert. Beim „Human Centric Lighting“ wird der Tageslichtrhythmus nachempfunden und hat physiologisch und biologisch nachweisbar positive Auswirkungen auf den Menschen. Neben dieser Programmierung kann die Lichtstärke auch konstant auf Lichttherapie eingestellt werden.
Nature / Corporate Culture
Die Atmosphäre der ALBA Lounge lädt die Besucher/innen und Mitarbeiter/innen zum Verweilen oder zu einer Lichttherapiesitzung ein. Dazu können die Holzstäbe vor der Lichtwand bei 6500 Kelvin zur Seite geschoben werden. Die „Forest Curtain“ ist eine Art Rahmen, der die Komplexität der sich immer wandelnden Bedürfnisse der Besucher/innen und Mitarbeiter/innen aufnehmen kann.
„Embrace the existing“, Neu rahmen, was da ist
Der Entwurfsansatz ist minimalinvasiv. Ein Maximum des Bestandsinventars wird belassen und durch pointierte Neuzugaben rekontextualisiert. Die bereits vor dem Projekt an dieser Stelle bestehende Screenwall wird neu inszeniert : wechselnde Botschaften informieren in kurzen Slogans über ALBA ́s Recyclingaktivitäten. Exklusiv für ALBA entsteht ein schlichter, aber bequemer Sessel aus recycelter Eiche, der zum Verweilen und zum Genuss des Sonnenbades einlädt. Dazu ergänzen sich Beistelltische, die auch als Hocker oder Bank genutzt werden können. Pointiert wird die Möblierung durch eine minimalistische, rollbare Teebar aus Glas auf einer recycelten Aluminiumbasis aus dem ALBA Recyclinghof. Ein maßgeschneiderter Teppich aus recyceltem Lodenstoff, handgewebt von Webern im Allgäu, simuliert den Waldboden. Er wurde zusammen mit dem Aschauer Recyclinglabel LPJ entwickelt.
„Recycle“, Denken in verfügbaren Materialien
In der Empfangslobby wird vor allem recyceltes Metall, dem Hauptrohstoff der ALBA Aufbereitung, gezeigt. Die schweren Aluminiumplatten der Displaywand wurden als Kehrplatten für Metallschrott auf dem Recyclinghof von ALBA genutzt. Dahinter befindet sich eine Gästegarderobe. Der Empfangstresen besteht aus recyceltem Eichenholz. Dessen Hintergrund bildet eine Wand aus recycelten Aluminiumdruckplatten von ALBA. Eine indirekte Beleuchtung der Aluminiumwand versetzt den eingeschobenen Tresenbereich in einen Lichtreflektionsraum.
„Outdoor Room“, Der Dachgarten
Auf der Dachterrasse im 8. Stock des ALBA Hauptsitzes lädt alle Mitarbeiter/innen eine neu gestaltete Dachlandschaft ein, mit einem Naschpflückgarten für Menschen und einem Staudengarten für Insekten. Auch hier findet sich wieder eine Möblierung aus recyceltem Holz und recyceltem Metall. Es stehen lose verteilt die ALBA Holzsessel und Hockerstühle, bekannt aus dem Empfangsbereich. Der Hockerstuhl präsentiert sich hier als verdoppelte Variante. Die Hochbeete sind mit recyceltem Robinienholz vom ALBA-Holzplatz gefasst. Das Zentrum der grünen Dachlandschaft wird gegliedert durch ein brückenartiges Metallkonstrukt aus 3 grossen, recycelten Edelstahlwannen aus dem ALBA Fundus. Darin wächst eine schwebende Wildblumenwiese. Die Anordnung der Elemente erlaubt eine Zirkulation, ohne dass die mobilen Möbel den „Outdoor Room“ genau definieren. Die Verwendung der gleichen Möbel wie in der ALBA Lounge lösen die Definitionsgrenze zwischen Innenraum und Außenraum auf.
Sustainability
Der Entwurfsansatz ist, das Vorhandene pointiert zu ergänzen und damit zu rekon- textualisieren. Recycling von Material bedeutet, dass BUCHHOLZBERLIN und Peter Heimer über verfügbare Materialien auf den ALBA Recyclinghöfen zu Formen kommen. Recycelte Materialien werden roh wieder neu zusammengefügt und nicht formal gefügig gemacht. Aus Aluminiumdruckplatten und schweren Aluminiumplatten entstehen komplette Wände und Füsse für Tische und Teewagen. Kratzer und Gebrauchsspuren werden erhalten und zum Ornament mit ablesbarer, unternehmensinterner Geschichte.